Beispiele für essbare Stauden

Ab März brauche ich keine Kräuter und kein Dekogrün mehr im Supermarkt oder vom Wochenmarkt kaufen. Würzige Blätter für den Salat oder die Suppe und dekoratives Grünzeug finde ich jetzt im eigenen Garten … und nicht nur im klassischen Kräuterbeet mit Petersilie, Schnittlauch und Co.
Viele Stauden in unserem Garten sind nicht nur wertvolle ausdauernde Gartenpflanzen, funktionale Bodendecker oder erfüllen ästhetische Zwecke, sondern liefern gleichzeitig  herrlich frische und ganz besondere Leckereien.
Vielleicht haben Sie Lust bei Ihrem nächsten Staudenkauf diesen Doppeleffekt zu berücksichtigen.

Agastache foenicolum - Anis-Ysop
Eine schöne straff wachsende violettblaue Präriestaude für sonnige Standorte. Blätter und Blüten haben ein sehr intensives anisähnliches Aroma, geben einen wohlschmeckenden Tee und würzen Süßspeisen, Suppen und Salate, überall dort, wo man eine Anis oder Fenchelnote wünscht.
Der Anis-Ysop zieht Bienen und Schmetterlinge magisch an.

Allium schoenoprasum, tuberosum und senescens -  Lauch
Schnittlauch und Schnittknoblauch
Wer nur die grünen Hame erntet ist selber schuld. Die dekorativen Blüten sind gleichwohl essbar und viel ttraktiver.
Eine Handvoll Blüten in einer Flasche Weißwein sieht nicht nur hübsch aus , sondern verleiht dem Essig schon nach wenigen Tagen sein würziges Aroma.

Campanula poscharskyana - Hängepolsterglockenblume
Einer unserer absoluten Favoriten. Diese sich gut ausbreitende und anspruchslose Glockenblume gedeiht in der Sonne wie auch im Schatten. Sie eignet sich als Beeteinfassung,  Flächendecker,  Einzelgänger im Steingarten,  Kübelpflanze, als Rosenbegleiter -  was für eine famose Pflanze. Blätter und Blüten sind essbar, schmecken mild und nussig.  Und noch was: Campanula poscharskyana ist wintergrün , kann also auch in der kalten Jahreszeit geerntet werden .

Elsholtzia stauntonii – Gewürzstrauch
Interessantes violett blühendes Halbgehölz . Wertvoller Spätblüher und eine gute Bienenweide. Alle Teile der Pflanze sind zu verwenden – das zitronig-minzige Aroma passt gut als Tee,  in Suppen, Süßspeisen, Salaten, zu Lamm und Huhn.

Foenicolum vulgare und Foenicolum vulgare ‚Atropurpureum‘ - Fenchel
Das Laub der grün- oder rotblättrigen Fenchelpflanze  besitzt alle positiven fenchelbekannten Eigenschaften. Das Laub ist aromatisch duftend und wird als wohlschmeckende Würze – roh oder gedünstet - in vielen Speisen verwendet. Lässt man sie blühen und  ausreifen, erhält man die typischen Samen für krampflösenden, tröstenden Tee.

Galium odoratum - Waldmeister
Wird als bodendeckende Staude unter Sträuchern oder Bäumen oft vergessen. Schade!
Der maigrüne Austrieb duftet verlockend. Vor der Blüte ein paar Stängel ernten und nicht zu lange in etwas Weißwein hängen um sich ein Konzentrat für leckere Maibowle, andere Getränke oder Süßspeisen schaffen.

Hemerocallis – Taglilie
Anspruchslose langlebige und sehr gesunde Stauden in vielen verschiedenen Farben - von weiß, hellgelb, gelb, orange, rosa, rot , auch mehrfarbig oder mit gekreppten Blüten. Die Blüten sind äußerst lecker, sind frisch und knackig und können so zwischendurch genascht werden oder sind eine peppige Deko im Salat, auch gedünstet
eine Delikatesse.

Hosta - Funkie
Grandiose Schattenstaude - gibt es in vielen Größen und Blattzeichnungen .Hellgrün, dunkelgrün, blau bereift, mit weißem Rand, mit gelbem Rand, phantastische Zeichnungen. Vorsicht – Sammellsucht! Die süßlichen meist violettblauen Blüten sind roh essbar, doch auch die ersten zarten Blätter können gedünstet als Gemüse verzehrt werden.

Monarda - Indianernessel
Eine großartige Rabattenstaude für sonnige bis halbschattige Standorte. Interessante in Quirlen angeordnete Blüten. Sie verwandeln jeden schwarzen Tee in einen aromatischen 'Earl Grey'. Ich verwende Indianernessel  mit ihren verschiedenen Blütenfarben am liebsten in Kräuterbutter oder zu Wildreis. Bunt ist lustig.

Montia sibirica – sibirischer Portulak
Keine Knaller-Pflanze, eher unscheinbar, aber völlig anspruchslos. Toleriert Wurzeldruck und Trockenheit auch unter Bäumen und Sträuchern. Montia ist kurzlebig, erhält sich aber durch Selbstaussaat, Die fleischigen Blätter können das ganze Jahr über geerntet werden und geben einen schmackhaften Salat.

Matteucia struthiopteris -Straußfarn
Dieser ausläufertreibende Farn braucht Platz zum Verwildern. In jedem Frühling entzückt er wieder mit seinen lustigen gerollten frischgrünen Austrieben. Ich muss an Seepferdchen denken, andere denken an Violinenköpfe. Genau diese Austriebe  geben einer in   Kanada geliebten Delikatesse den Namen:  Tete de violin oder fiddle-heads. Dazu werden die frischen Austriebe geerntet, sehr gründlich geputzt , gewaschen und mindestens 10 Minuten gekocht. Mit Butter verfeinert erinnert der Straußfarn im Geschmack an Spargel. Bitte nur verwenden, wenn man sich absolut sicher ist. Es gibt auch giftige Farne.

Myrrhis orodrata  -  Aniskerbel, Süßdolde,
Eine imposante schattenverträgliche Pflanze, mit hellgrünem, nach Anis duftendem Laub. Die ganze Pflanze ist ‚Lakritz‘ und alle Teile sind essbar. Das farnartige Laub in kleinen Mengen frisch im Salat oder gedünstst, die Stängel kandiert, und die ausgereiften Samen kann man naschen oder zerstossen als Lakritzpulver verwenden...

Pritzelago alpina -Gemskresse
Eine kleine polsterbildende Staude für  Steinanlagen oder Tröge. Blüht fleißig und zuverlässig in reinem weiß - in den meisten Katalogen angegebene Blütezeit ist Mai-Juni. Bei uns blüht sie auch im Februar und im November, die Süße. Wie ihr Name schon verrät schmeckt Pritzelago intensiv nach Kresse, also lecker auf Brot, im Quark und
in Eierspeisen. Hübsch auch als essbare Unterlage kalter Platten mit Fleisch, Fisch oder Käse

Viola odorata - Duftveilchen
Sehr früh im Jahr verzaubert Viola odorata mit ihren violetten kleinen Blüten. Ob sonnig oder schattig, die kleine Staude ist anpassungsfähig, samt sich gerne aus und eignet sich so hervorragend zum Verwildern in naturnahen Gärten. Blätter und Blüten schmecken mild und sehen in einer Salatschale entzückend aus.